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Trotz vieler Toter: Kanzlerkandidaten gegen Corona-Lockdown
Ungeachtet steigender Corona-Zahlen haben die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen einen erneuten Lockdown ausgeschlossen. Unionskandidat Armin Laschet (CDU), SPD-Kandidat Olaf Scholz und die Grünen-Bewerberin Annalena Baerbock mahnten in der Fernsehdebatte am Sonntagabend in den Sendern RTL und ntv aber eine deutlich höhere Impfquote an. Einig waren sie sich auch darin, dass die Schulen nicht wieder geschlossen werden sollen. Laschet, Scholz und Baerbock mahnten aber grundsätzlich Vorsicht an.
Kanzlerkandidaten fordern Konsequenzen wegen Afghanistan
Die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen haben politische Konsequenzen aus der Krise in Afghanistan gefordert. Unionskandidat Armin Laschet (CDU) und SPD-Kandidat Olaf Scholz sprachen sich in der Fernsehdebatte am Sonntagabend in den Sendern RTL und ntv für eine bessere Ausrüstung der Bundeswehr aus. Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, forderte vor allem eine aktivere Außenpolitik.
Niemand glaubt Taliban-Zusicherungen für die Ausreisewilligen
Rund einhundert Länder haben von den Taliban die Zusicherung erhalten, dass die radikalislamischen Kämpfer alle Ausländer sowie mit den nötigen Dokumenten ausgestattete Afghanen auch nach dem vollständigen US-Truppenabzug ausreisen lassen werden. In einer am Sonntag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung schrieben die Staaten, die Taliban hätten ihnen entsprechende Garantien gegeben.
Taliban PR-Show? Frauen dürfen angeblich weiter studieren
Frauen sollen nach Angaben der neuen radikalislamischen Taliban-Regierung in Afghanistan auch künftig studieren können. Allerdings solle der Lehrbetrieb nach Geschlechtern getrennt ablaufen, sagte der amtierende Bildungsminister der Taliban, Abdul Baki Hakkani, am Sonntag bei einem Treffen mit Stammesältesten in Kabul.
Maas: Ausreisen aus Afghanistan künftig auch über Landweg
Auch nach dem Ende der Rettungsaktion der Bundeswehr wird die Bundesregierung nach den Worten von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) alles daran setzen, um die in Afghanistan zurückgebliebenen Deutschen sowie afghanische Schutzbedürftige so schnell wie möglich nach Deutschland zu holen. Möglicherweise könnten Ausreisen in Zukunft auch über den Landweg erfolgen, sagte Maas am Sonntag bei einer Pressekonferenz mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu in Antalya.
London: Kritik an Regierung nach Ende von Evakuierungsflügen
Die britische Regierung gerät angesichts ihres eiligen Truppenabzugs und des Endes der Evakuierungsflüge aus Afghanistan im eigenen Land zunehmend in die Kritik. Einem Bericht der Zeitung "Observer" zufolge wurden tausende E-Mails an das Außenministerium mit Hinweisen zu gefährdeten Afghanen nicht geöffnet. Kritiker werfen der Regierung von Premierminister Boris Johnson vor, nicht genug schutzbedürftige Menschen gerettet zu haben.
300 US-Bürger müssen noch aus Afghanistan evakuiert werden
In Afghanistan befinden sich derzeit noch rund 300 US-Bürger, die auf ihre Ausreise warten. Dies sagte Außenminister Antony Blinken am Sonntag dem Fernsehsender ABC. Es werde alles getan, "um sie herauszubekommen". Die US-Armee will am Dienstag ihre letzten Soldaten aus Kabul abziehen und damit die derzeit laufende Evakuierungsmission beenden.
Papst ruft zu weiterer Hilfe für schutzbedürftige Afghanen auf
Angesichts des bevorstehenden US-Truppenabzugs aus Afghanistan hat Papst Franziskus dazu aufgerufen, schutzbedürftigen Afghanen weiterhin zu helfen. "Ich verfolge mit großer Sorge die Situation in Afghanistan", sagte Franziskus am Sonntag beim traditionellen Angelus-Gebet vor Gläubigen in Rom. Er bitte alle, "den Bedürftigen weiterhin zu helfen", sagte der Papst und rief zu einem Gebet für ein "friedliches und brüderliches Zusammenleben" auf.
Söder will Warnung vor Linksruck in den Mittelpunkt des Wahlkampfs rücken
Nach Überzeugung von CSU-Chef Markus Söder sollte die Union die Warnung vor einem Linksruck in den Mittelpunkt der Wahlkampf-Schlussspurts rücken. "Es müssen jetzt die Alternativen auf den Tisch und die heißen Linksruck oder bürgerliche Regierung", sagte Söder am Sonntag im ARD-"Sommerinterview". Söder sprach in diesem Zusammenhang unter anderem von "massiven Steuererhöhungen", Instabilität und einem Austritt Deutschlands aus der Nato. "Das sind schon sehr weitreichende Konsequenzen, und die müssen jetzt in den Mittelpunkt."
Mehr als 30 Tote bei Angriffen auf Luftwaffenstützpunkt im Jemen
Bei Angriffen auf den größten Luftwaffenstützpunkt im Jemen sind mindestens 30 Regierungssoldaten getötet und dutzende weitere verletzt worden. Wie am Sonntag aus medizinischen Kreisen verlautete, werden die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen für die Attacke auf die Luftwaffenbasis Al-Anad verantwortlich gemacht. Ein Armeesprecher bezifferte die Zahl der Verletzten auf über 50.
AFP-Journalisten: Explosion in Kabul zu hören
Die afghanische Hauptstadt Kabul ist erneut von einer Explosion erschüttert worden. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten am Sonntag von einem lauten Explosionsgeräusch in der Stadt. Ein Beamter der ehemaligen afghanischen Regierung sagte, die Explosion sei von einer Rakete verursacht worden, die nach ersten Informationen "ein Haus getroffen" habe.
"Spiegel": EU verweigert griechischer Küstenwache vorerst weitere Soforthilfen
Unter anderem wegen der systematischen Verletzung der Rechte von Flüchtlingen verweigert die EU-Kommission laut einem Magazinbericht der griechischen Küstenwache vorerst weitere Soforthilfen. "Griechenland hat zusätzliche Mittel für den Grenzschutz angefragt, insbesondere in der Ägäis", sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson dem "Spiegel" laut Vorabmeldung vom Sonntag. "Wir haben gesagt, dass eine solche Zahlung mit der Einrichtung des Mechanismus zur Überwachung der Grundrechte verknüpft werden sollte."
Afghanische Paralympics-Teilnehmer doch noch in Tokio eingetroffen
Nach fünftägiger Verspätung wegen der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in ihrem Land sind auch die beiden afghanischen Teilnehmer der diesjährigen Paralympics in Tokio eingetroffen. Die Ankunft der Taekwondo-Kämpferin Sakia Chudadadi und des Leichtathleten Hossain Rasuli in der japanischen Hauptstadt sei "extrem emotional" gewesen, sagte der Sprecher des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Craig Spence, am Sonntag.
SPD-Chefin Esken erklärt Gespräche mit Taliban für "absolut richtig"
SPD-Chefin Saskia Esken hat sich für intensive Verhandlungen mit den Taliban ausgesprochen, um besonders schutzbedürftige Afghanen ausfliegen zu dürfen. "Wir stehen ganz klar dazu, dass mit dem Ende des militärischen Evakuierungseinsatzes das deutsche Engagement nicht endet, verbliebene deutsche Staatsangehörige, ehemalige Ortskräfte und andere besonders schutzbedürftige Personen nach Deutschland zu holen", sagte Esken der "Welt" (Montagsausgabe).
Patientenschützer für mehr Transparenz bei 2G-Quote des Klinikpersonals
Die Stiftung Patientenschutz dringt auf eine gesetzliche Verpflichtung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, die Quote der Geimpften und Genesenen beim Personal zu veröffentlichen. "Kranke und Pflegebedürftige brauchen Transparenz, um das Infektionsrisiko einschätzen zu können", sagte der Stiftungsvorstand Eugen Brysch den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Sonntag. Das sei umso wichtiger, da nach wie vor eine bundesweit geltende tägliche Testpflicht für das medizinisch-pflegerische Personal fehle.
Israelische Armee beschießt Hamas-Ziele im Gazastreifen
Nach erneuten Zusammenstößen mit Palästinensern an der Grenze des Gazastreifens hat die israelische Armee am Sonntag Ziele in dem Palästinensergebiet aus der Luft beschossen. Wie die Armee mitteilte, beschossen Kampfjets ein Gelände der radikalislamischen Hamas, auf dem Waffen hergestellt und Kämpfer ausgebildet würden. Damit habe die Armee auf die gewaltsamen Ausschreitungen vom Samstag reagiert sowie darauf, dass Palästinenser Ballons mit Brandsätzen in Richtung Südisrael lossgeschickt hätten.
Bolsonaro nennt Tod, Haft oder Wahlsieg als seine Zukunftsalternativen
Brasiliens umstrittener rechtsextremer Staatschef Jair Bolsonaro sieht in seiner Wiederwahl kommendes Jahr offenbar eine existentielle Notwendigkeit, um sich vor juristischer Verfolgung zu schützen. "Ich habe für meine Zukunft drei Alternativen", sagte Bolsonaro am Samstag bei einem Treffen mit evangelikalen Christen im zentralbrasilianischen Goiania. "Ins Gefängnis zu kommen, tot zu sein oder siegreich."
"WamS": Offenbar nur rund 100 Ortskräfte von Bundeswehr aus Kabul ausgeflogen
Mit den Evakuierungsflügen der Bundeswehr wurden einem Zeitungsbericht zufolge offenbar nur wenige Ortskräfte aus Afghanistan in Sicherheit gebracht. Entsprechende erste Zahlen habe das Bundesinnenministerium in dieser Woche unter anderem im Bundestag präsentiert, berichtete die "Welt am Sonntag". Demnach befanden sich unter den bis Mitte der Woche etwa 4500 Ausgeflogenen nur knapp mehr als 100 Ortskräfte mit ihren Familien. Insgesamt mache diese Gruppe rund 500 der 4500 ausgeflogenen Menschen aus.
RKI: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 74,1
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gestiegen und liegt nun bei 74,1. Bundesweit wurden binnen 24 Stunden 8416 Neuinfektionen registriert, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen meldete. Die Zahl der Todesfälle in diesem Zeitraum lag bei zwölf.
Letztes britisches Flugzeug mit Soldaten an Bord hat Kabul verlassen
Großbritannien hat am Samstag die letzten Soldaten aus Afghanistan ausgeflogen. Das Verteidigungsministerium in London teilte im Online-Dienst Twitter mit, der letzte Flieger mit britischen Streitkräften habe Kabul verlassen. Dazu veröffentlichte es Fotos von müde aussehenden Soldaten, die in ein Militärflugzeug einsteigen. Zuvor war die britische Evakuierungsmission beendet worden, als ein letztes Flugzeug nur mit Zivilisten an Bord aus Kabul abflog.
Baerbock geht auf Distanz zur Linkspartei
Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ist auf Distanz zur Linkspartei als möglichem Regierungspartner gegangen. Die Linke habe sich "gerade ziemlich ins Abseits geschossen, als sie nicht mal bereit war, die Bundeswehr dabei zu unterstützen, deutsche Staatsangehörige und Ortskräfte aus Afghanistan zu retten", sagte Baerbock den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben). Die Linkspartei hatte sich bei der Bundestagsabstimmung über das Bundeswehrmandat zur Evakuierung in Afghanistan mehrheitlich enthalten.
Zehntausende Menschen demonstrieren in USA gegen umstrittene Wahlrechtsreformen
Zehntausende Menschen haben am Samstag in Washington, Houston, Atlanta und anderen Städten der USA gegen die umstrittenen Wahlrechtsreformen in einigen republikanisch regierten Bundesstaaten demonstriert. Bei einem Protestzug vom Weißen Haus zum Kapitol trugen die Teilnehmer Plakate mit Aufschriften wie "Wahlrechte für alle" und "Deine Stimme zählt". Kritiker sehen in den Reformen die Absicht, Angehörigen von Minderheiten das Wählen zu erschweren.
"Sonntagstrend": SPD überholt mit 24 Prozent die Union
Vier Wochen vor der Bundestagswahl liegt die SPD im "Sonntagstrend" zum ersten Mal seit Februar 2017 vor der Union. In der Befragung, die das Meinungsforschungsinstitut Insa jede Woche für die "Bild am Sonntag" erhebt, gewinnen die Sozialdemokraten zwei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche hinzu und kommen nun auf 24 Prozent - das höchste Ergebnis im "Sonntagstrend" seit September 2017. Die Union hingegen verliert einen Punkt und kommt auf 21 Prozent - den niedrigsten Wert, den Insa jemals für die Union gemessen hat.
Palästinensischer Junge nach Zusammenstößen mit israelischer Armee gestorben
Ein zwölfjähriger Palästinenser ist eine Woche nach den schweren Zusammenstößen an der Grenze zum Gazastreifen gestorben. Der durch einen Kopfschuss verwundete Junge sei seinen Verletzungen erlegen, teilte das Gesundheitsministerium in dem Palästinensergebiet am Samstag mit. An seiner Beerdigung nahmen rund hundert Trauergäste teil.
160.000 Menschen protestieren gegen Corona-Regeln in Frankreich
In Frankreich haben den siebten Samstag in Folge landesweit zehntausende Menschen gegen die Corona-Regeln protestiert. In der Hauptstadt Paris und zahlreichen weiteren Städten machten die Demonstranten vor allem ihrem Ärger über den sogenannten Gesundheitspass Luft, wie Reporter der Nachrichtenagentur berichteten. "Freiheit" und "Widerstand" skandierten die Teilnehmer der Protestmärsche in Paris. Insgesamt beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums rund 160.000 Menschen an den Demonstrationen. Die Polizei meldete 16 Festnahmen. Drei Beamte seien leicht verletzt worden.
Zwei "hochrangige" IS-Mitglieder bei US-Drohnenangriff in Afghanistan getötet
Bei einem US-Drohnenangriff auf den regionalen Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Afghanistan sind nach Angaben des Pentagon zwei "hochrangige" Mitglieder der Extremistengruppe getötet worden. Ein weiterer Dschihadist sei verletzt worden, sagte der US-General Hank Taylor bei einer Pressekonferenz am Samstag.
Netzwerk hinter Notrufdienst "Alarm Phone" erhält Menschenrechtspreis
Das transnationale Netzwerk hinter dem Notrufdienst "Alarm Phone" ist mit dem Menschenrechtspreis von Pro Asyl ausgezeichnet worden. Den Preis nahmen stellvertretend für die Organisation Marion Bayer und Hagen Kopp bei einer Zeremonie am Samstag in Frankfurt am Main entgegen. "Alarm Phone" betreibt eine Hotline für Flüchtlinge, die im Mittelmeer auf Booten in Seenot geraten.
Habeck sieht nach Afghanistan-Abzug erhöhte Terrorgefahr auch in Deutschland
Der Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan dürfte nach Ansicht von Grünen-Parteichef Robert Habeck zu einer erhöhten Terrorgefahr auch in Deutschland führen. "Nach der Machtübernahme der Taliban dürfte der islamistische Terrorismus weltweit zu einer wieder wachsenden Gefahr werden", sagte Habeck der "Welt am Sonntag". Auch in Deutschland sei deshalb "eine erhöhte Wachsamkeit der Sicherheitsbehörden und Geheimdienste" geboten.
Tsipras und Zaev in Münster mit Westfälischem Friedenspreis ausgezeichnet
Der ehemalige griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und der amtierende nordmazedonische Regierungschef Zoran Zaev sind mit dem internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2020 ausgezeichnet worden. Die beiden Spitzenpolitiker nahmen die von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe verliehene Auszeichnung für ihre Einigung im Namensstreit zwischen beiden Ländern am Samstag in Münster entgegen. Pandemiebedingt fand die Preisverleihung mit fast einjähriger Verzögerung statt.
US-Armee fliegt Vergeltungsangriff Terror-Islamisten
Als Vergeltung für den verheerenden Selbstmordanschlag am Flughafen von Kabul hat die US-Armee in Afghanistan einen Drohnenangriff auf einen "Planer" des regionalen Ablegers der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) geflogen. Wegen anhaltender Anschlagsgefahr rief die US-Botschaft ihre Landsleute in Kabul auf, sich vom Flughafen fernzuhalten. Nach der Bundeswehr beendete am Freitagabend auch Frankreich seine Evakuierungsflüge. Bei dem aus einem anderen Land gesteuerten Drohnenangriff in der ostafghanischen Provinz Nangarhar sei ersten Hinweisen zufolge "das Ziel getötet" worden, erklärte Bill Urban vom US-Zentralkommando. Der afghanische IS-Ableger - Islamischer Staat Provinz Chorasan (IS-K) - hatte sich zu dem Anschlag bekannt, bei dem am Donnerstag mindestens 85 Menschen getötet wurden, darunter 13 US-Soldaten. Einige Medien berichten von fast 200 Toten. Das US-Verteidigungsministerium korrigierte seine Angaben zu dem Anschlag. Demnach war es die Tat eines einzelnen Selbstmordattentäters. Zunächst hatte das Pentagon von zwei Explosionen gesprochen. US-Angaben zufolge eröffneten Bewaffnete nach der Explosion das Feuer und töteten weitere Menschen. US-Präsident Joe Biden kündigte Vergeltung an. "Wir werden euch jagen und euch büßen lassen", sagte Biden an die Drahtzieher gerichtet. Der Anschlag war der verlustreichste Angriff auf die US-Armee am Hindukusch seit zehn Jahren. Zudem starben Dutzende Afghanen, die verzweifelt auf einen Platz in einem der letzten westlichen Evakuierungsflüge hofften. Die US-Botschaft in Kabul rief ihre Landsleute auf, sich "umgehend" von den Toren des Flughafens zu entfernen. "US-Bürger, die sich im Moment am Abbey Gate, East Gate, North Gate oder am Tor des Neuen Innenministeriums aufhalten, sollten jetzt umgehend gehen", erklärte die US-Botschaft in einer neuen Sicherheitswarnung auf ihrer Website. Pentagon-Sprecher John Kirby warnte vor "konkreten und glaubwürdigen Bedrohungen" am Flughafen der afghanischen Hauptstadt. Das Weiße Haus erklärte, Bidens Sicherheitsberater stuften einen weiteren Anschlag als "wahrscheinlich" ein. Die kommenden Tage seien der "bisher gefährlichste Zeitraum" der Mission, sagte Bidens Sprecherin Jen Psaki. Trotz allem sollen "bis zum letzten Moment" Evakuierungsflüge stattfinden, wie US-General Hank Taylor sagte. Auf dem Gelände des Flughafens warten nach US-Angaben noch mehr als 5000 Menschen auf eine Chance zur Ausreise. Tausende weitere Menschen hoffen außerhalb des Flughafens auf einen Platz in einer Evakuierungsmaschine. Die USA wollen bis kommenden Dienstag alle Soldaten aus Afghanistan abziehen. Ironie der Geschichte nach 20 Jahren Militäreinsatz: Um den Ablauf der Evakuierungen sicherzustellen und zum Schutz vor dem IS müssen die US-Soldaten enger mit den Taliban zusammenarbeiten. Der Leiter der US-Truppen auf dem Flughafen, Peter Vasely, steht in ständigem Kontakt zu dem Taliban-Vertreter, der für die Sicherheit außerhalb verantwortlich ist. Die Bundeswehr hatte am Donnerstag ihre Rettungsflüge aus Kabul beendet, ebenso die Niederlande und Australien. Am Freitag folgten Spanien, Schweden, Norwegen und die Schweiz, am Abend beendete Frankreich seine Evakuierungsflüge, wie Verteidigungsministerin Florence Parly mitteilte. Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr kehrten am Freitagabend nach Deutschland zurück. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) dankten den Rückkehrern: "Unser Land ist stolz auf Sie", schrieb Steinmeier in den Online-Netzwerken Facebook und Instagram. "Sie haben Unfassbares gesehen und erlebt" und "Unglaubliches geleistet", sagte Kramp-Karrenbauer auf dem Fliegerhorst im niedersächsischen Wunstorf. "Wir alle in Deutschland stehen ihnen und den Männern und Frauen der Bundeswehr ihres Einsatzverbandes gegenüber in einer ganz tiefen Schuld", sagte Kramp-Karrenbauer an die Rückkehrer und ihren Kommandeur Jens Arlt gerichtet. Seit dem 14. August, dem Tag vor der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Kabul, wurden nach Angaben der US-Regierung rund 109.000 Menschen ausgeflogen. (T. Jones--BTZ)
Baerbock wirbt für fairen Umgang mit dem politischen Gegner im Wahlkampf
Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock hat im Wahlkampf zu einem fairen Umgang mit dem politischen Gegner aufgerufen. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagsausgabe) sagte die Parteivorsitzende, vor allem im Internet griffen angesichts echter oder vermeintlicher Verfehlungen der Kanzlerkandidaten "Hass und Hetze" und eine "scharfe Polarisierung" um sich. "Respekt vor der anderen Meinung und anderen Menschen ist die Grundlage für einen demokratischen Streit", mahnte Baerbock.
UNO startet wegen Dürre in Afghanistan dringenden Hilfsappell
In einem dringenden Hilfsappell haben die Vereinten Nationen Unterstützung für Millionen afghanische Bauern gefordert, denen wegen extremer Dürre verheerende Ernteausfälle drohen. Die Bauern seien von "akuter Ernährungsunsicherheit" bedroht, erklärte die UN-Ernährungsorganisation FAO am Samstag. Sie warnte vor einer innerafghanischen Fluchtbewegung und weiterer Instabilität in Afghanistan.