US-Ölriese Chevron will Ölförderung in Venezuela verdoppeln
Der US-Energiekonzern Chevron hat eine deutliche Ausweitung seiner Ölförderung in Venezuela angekündigt. Mit dem südamerikanischen Land sei ein Vertrag im Wert von sieben Milliarden Dollar (rund sechs Milliarden Euro) über die Erschließung von zwei weiteren Ölfeldern im Orinoco-Gürtel geschlossen worden, teilte Chevron am Mittwoch mit. Innerhalb von fünf Jahren soll dies demnach eine Verdopplung der derzeitigen Fördermenge ermöglichen.
Wie Chevron ausführte, soll das venezolanische Gemeinschaftsunternehmen Petroindependencia, an dem der US-Konzern zu 49 Prozent beteiligt ist, zwei neue Förderstätten nahe bereits bestehender Förderanlagen im Orinoco-Gürtel erschließen. Die Fördermenge soll so perspektivisch auf rund 600.000 Barrel pro Tag steigen. Ein Barrel umfasst rund 159 Liter.
Im April hatte Chevron angekündigt, seinen Anteil an Petroindependencia um 13,2 Prozentpunkte aufzustocken - im Gegenzug für die Rückgabe von Rechten an der Offshore-Gasförderung sowie weiterer Vermögenswerte an die staatliche venezolanische Ölgesellschaft PDVSA.
Chevron-Chef Mike Wirth wies am Mittwoch darauf hin, dass der US-Ölriese bereits seit mehr als einem Jahrhundert in Venezuela präsent seit. Das "enorme Ressourcenpotenzial" des Landes könne zudem über "Jahrzehnte" hinweg zu weiteren Investitionen führen, erklärte er.
Chevron hat seine Produktion in Venezuela bereits seit Januar ausgeweitet, als US-Streitkräfte den damaligen Staatschef Nicolás Maduro auf Befehl von US-Präsident Donald Trump gefangengenommen und nach New York verschleppt hatten, wo ihm im kommenden Jahr wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll. Gemeinsam mit Interimspräsidentin Delcy Rodríguez zielt die Trump-Regierung darauf ab, die Investitionen im ölreichen Venezuela anzukurbeln. Am Dienstag traf US-Energieminister Chris Wright in Venezuela ein, um ein Abkommen abzuschließen, das den USA die Kontrolle über etwa ein Fünftel der Reserven des Landes gewähren soll.
O.Na--SG