Vor der Wahl: Mehrere tausend Teilnehmer feiern Demokratiefest in Magdeburg
Am Tag vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben am Samstag in der Hauptstadt Magdeburg mehrere tausend Menschen ein Demokratiefestival gefeiert. Auf den Domplatz strömten laut einer Polizeisprecherin am Nachmittag rund 6000 Menschen - "und es gibt stetigen Zulauf". Aufgerufen hatte das Bündnis "Sachsen-Anhalt weltoffen", das Festival soll demnach ein Ausrufezeichen für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt setzen. In den Umfragen führt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD deutlich.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Demokratiefestivals zogen vom Hauptbahnhof zum Domplatz. Im Aufruf zur Teilnahme hieß es: "Als Initiativen, Vereine, Verbände und Einzelpersonen zeigen wir Haltung und stehen ein für ein respektvolles Miteinander in unserem Land. Präsentiert eure Initiativen und begegnet Engagierten aus der vielfältigen Zivilgesellschaft."
Die Veranstaltung sollte bis zum Abend dauern. Auftreten sollten etwa Kerstin Ott, Sebastian Krumbiegel oder Juli, reden sollten unter anderen Carolin Emcke und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Die Veranstalter wollten am späten Nachmittag Teilnehmerzahlen veröffentlichen.
In Magdeburg waren am Samstag laut Polizei insgesamt acht Versammlungen angemeldet, darunter eine "Demokratie Lichterkette" oder eine "DemokRADtour". Zudem fanden die Abschlusskundgebungen mehrerer Parteien mit Bundespolitikern statt. Die Polizei war im Großeinsatz.
Am Sonntag wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die jüngste Umfrage für das ZDF, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurde, sieht die AfD bei 41 Prozent und die CDU bei 23 Prozent. Die Linke wird bei elfeinhalb Prozent gesehen und die SPD bei achteinhalb Prozent. Auch die Grünen könnten mit sechs Prozent wieder in den Magdeburger Landtag einziehen.
Das BSW und die FDP lagen in der Umfrage unter der Fünf-Prozent-Hürde. Aktuell regiert in Sachsen-Anhalt eine Koalition aus CDU, SPD und FDP.
F.Cheon--SG