Lufthansa strebt weitere Aufstockung der Beteiligung an portugiesischer TAP an
Nach dem Zuschlag für die Lufthansa im Bieterwettstreit um Anteile an der portugiesischen Fluglinie TAP hält der deutsche Luftfahrtkonzern eine weitere Aufstockung seiner Anteile für möglich. "Eine Minderheitsbeteiligung entspricht in der Regel nicht unserer Strategie als optimale Lösung", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Donnerstag. Gemeinsam mit der portugiesischen Regierung sei darüber gesprochen worden, wie sich eine vollständige Übernahme erreichen lasse, wobei ein Teil der Aktien für die Beschäftigten reserviert bleiben könne.
Portugals Regierungschef Luís Montenegro hatte am Mittwoch erklärt, "in einer zweiten Phase bis 2028" den Eintausch der verbleibenden staatlichen TAP-Anteile gegen einen Anteil am Kapital der Lufthansa von bis zu fünf Prozent in Erwägung zu ziehen, wie dies ein Vorschlag des Konzerns vorsehe.
Zuvor hatte die Regierung in Lissabon bekanntgegeben, dass sich die Lufthansa mit ihrem Angebot für die Teilprivatisierung von TAP gegen die niederländisch-französische Air France-KLM durchsetzte. Der deutsche Konzern bot für einen Anteil von 44,9 Prozent an der vom portugiesischen Staat in der Corona-Krise geretteten Airline einen Kaufpreis von 1,025 Milliarden Euro. Der Lufthansa zufolge kann sich dieser Wert bei einem Anteilserwerb von 49,9 Prozent auf bis zu 1,2 Milliarden Euro erhöhen.
Konzernchef Spohr hob am Donnerstag hervor, dass die Beteiligung an TAP unmittelbaren Wert für die Aktionäre der Lufthansa schaffe. Pro Jahr seien "Netto-Synergien von bis zu 450 Millionen Euro" möglich.
Bereits bei Abgabe des Angebots für den 44,9-Prozent-Anteil im vergangenen November hatte Spohr zudem betont, dass TAP eine "große strategische Bedeutung in der europäischen Luftfahrtindustrie" habe. Der Konzern erklärte damals, dass eine Partnerschaft mit TAP die portugiesische Hauptstadt Lissabon "als atlantisches Drehkreuz im Netzwerk der Lufthansa Group" stärken könne - und zudem ein Ausbau der "Konnektivität zwischen Europa und anderen Weltregionen wie Südamerika, Afrika oder Nordamerika" möglich sei.
P.Hwang--SG