Manipulierte Trainerwahl? Razzia bei Südkoreas Fußball-Verband
Südkoreanische Ermittlungsbehörden haben am Donnerstag eine Razzia in den Geschäftsräumen des nationalen Fußballverbandes (KFA) durchgeführt. Dabei geht es um mögliche Manipulationen rund um die Ernennung des ehemaligen Nationaltrainers Hong Myung-bo, der mit dem Team bei der Weltmeisterschaft 2026 in der Vorrunde gescheitert war.
Die Polizei führte in den Büros des Verbandes "Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsmaßnahmen" durch, wie ein Polizeisprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte. Ermittler der Wirtschaftskriminalität würden prüfen, "ob bei der Ernennung von Hong Myung-bo der Verdacht auf Behinderung der Amtsausübung vorliegt".
Lokalen Medien zufolge untersuchen die Behörden unter anderem, ob hochrangige Funktionäre des KFA unzulässig in die Ernennung von Hong (57) eingegriffen haben, was gegen interne Regeln verstoßen würde. Hong war bereits bei der WM 2014 als Nationaltrainer mit dem Team in der Vorrunde gescheitert, wurde 2024 aber überraschend erneut eingestellt.
Bereits vor der WM war öffentliche Kritik an der Personalentscheidung laut geworden. Durch das abermalige schlechte Abschneiden der Mannschaft gewann sie im Anschluss deutlich an Schärfe. Selbst Staatspräsident Lee Jae Myung äußerte sich nach dem Ausscheiden kritisch und machte später "inkompetente Menschen" in Führungspositionen für das Scheitern verantwortlich. "Wenn Loyalität und Fraktionismus höher bewertet werden als Kompetenz und inkompetente Personen in Führungspositionen berufen werden, ist das Ergebnis so gut wie vorprogrammiert", schrieb er bei X.
N.Hong--SG