NGO: Internetsperre im Iran dauert seit viereinhalb Tagen an
Im Iran dauert die im Zuge der Proteste gegen die staatliche Führung verhängte landesweite Internetsperre auch am fünften Tag in Folge weiter an. "Es ist nun 108 Stunden her, seit der Iran eine landesweite Abschaltung des Internets verhängt hat, wodurch die Iraner vom Rest der Welt und voneinander isoliert sind", erklärte die Organisation Netblocks am Dienstag im Onlinedienst X. Internationale Telefonate waren derweil nach tagelanger Unterbrechung wieder möglich, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP aus dem Iran berichtete.
Netblocks wies darauf hin, dass die Internetsperre etwa über Kurzwellenradio, eine Mobilfunkverbindung in Grenznähe, das Satellitennetzwerk Starlink oder Satellitentelefone umgangen werden könne. Starlink wird vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX des US-Milliardärs Elon Musk betrieben. Es ermöglicht auch abgelegenen Regionen, in denen die Kommunikationsinfrastruktur nicht funktioniert, einen Zugang zum Internet.
Die Proteste im Iran hatten sich Ende Dezember am Zorn über die schlechte Wirtschaftslage entzündet. In der Nacht zum Freitag gab es im Iran die bisher größten Demonstrationen seit Beginn der Protestwelle. In mehreren Städten richteten Demonstrierende wütende Slogans gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik. Die Behörden schalteten daraufhin landesweit das Internet ab. Ungeachtet dessen fanden auch in den folgenden Nächten weitere Proteste statt.
I.Jang--SG